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Schafkäse von der Insel Pag
Alberto Marcomini

Auf der Suche nach dem Käse meiner Kindheit 

Die Straßen, die vor fünfunddreißig Jahren durch Jugoslawien führten waren wirklich unmöglich, eng, voller Kurven und gefährlich, doch die Landschaft die ich durch das Fenster unseres blauen 1800 Fiats sah, war wirklich einzigartig. Wir kamen um die Mittagszeit in Triest an, wo wir in einem der zahlreichen Imbisse der Stadt gekochten Schinken und gekochtes Schweinefleisch aßen. Dann ging es weiter zur Küste, durch Istrien und Dalmatien bis zur schönen Stadt Dubrovnik. Genau gegenüber der Stadt Zara konnte ich eine lange schmale Insel, die mir merkwürdig schien, sehen. Es war die Insel Pag. Schon als ich sie zum ersten Mal erblickte, beschloss ich, dass ich sie als Erwachsener besucht hätte. Und so war es! Man erreicht die Insel mit der Fähre von Prisna oder über die Brücke, die Zara mit der Südküste der Insel verbindet. Die Landschaft ist zauberhaft. Im grünen Norden Olivenbäume und mediterranes Buschland und im Süden ein mondähnliches Panorama mit steilen Klippen.

Nach einem Kopfsprung ins kristallklare Wasser beginnt meine Suche nach dem wertvollsten Erzeugnis der Insel, dem Schafskäse von Pag, dem Pago. Wie auf allen Inseln sind auch hier Landwirtschaft und Schafszucht für das Überleben der Einwohner unerlässlich. Und wie früher weiden die Schafsherden immer noch die würzigen Kräuter. Endlich treffe ich Mira, eine Käsemeisterin voller Talent. Früh morgens produziert sie ihre Käse und verkauft sie danach längs der Straßen, so ist es hier auf Pag üblich. Mira ist sehr sympathisch, fröhlich und nachdem wir uns vorgestellt haben schneidet sie einen Pago an. Der Käse ist kompakt, weiss mit feinen Löchern. Das Aroma ist intensiv und der Geschmack rund mit einem Nachgeschmack nach Kräutern. Ich lobe den ausgezeichneten Geschmack des Käses und kaufe sofort ein Stück. Dabei verspreche ich ihr, in Italien über ihren Käse zu sprechen. Zurück am Strand konzentriere ich mich erneut auf seinen Geschmack und denke an eine gute Kombination. Aber selbstverständlich! Sicher passt er ausgezeichnet zu einem würzigen und frischen Malvasier aus Istrien!


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