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Die Stadt Pola (1842) Diesen Anblik gewährt die heutige Stadt Pola, wenn man von Dignano naht, und so zeigten sich einst die Höhen und der herrliche Hafen dem von Parenzo auf der aquilejer Militärstrasse dahin Kommenden. Auf dem ringsum freien Hügel, an den sich jezt die Häuser reihen, stand das uralte, der Sage nach, durch die Colcher gegründete Pola, die zur Verfolgung der Argonauten und des Entführers der Medea, so wie zur Eroberung des goldenen Vliesses vom Pontus Euxinus hieher gekommen waren, welche fabelhaften Ueberlieferungen auf der geschichtlichen Thatsache der vielleicht zur Zeit des Darius erfolgten Einwanderung der Thrazier am Ister beruhen dürften. Auf diesem Hügellag auch die von Juhus Cäsar gegründete oder erneute römische Niederlassung, daher Pola den Beinamen Julia führte. Den Gipfel des Hügels überragte das römische Kapitol oder die Acropolis in runder Form, von einer Doppelmauer umringt, in deren Zwischenräumen der Tempel des verehrten Jupiter sich erhob. Diese Burg, später der Siz der Sergier, die als Grafen von Pola hier regierten, ward nach deren Vertreibung von der venezianischen Republik in neuerem Stile nach dem Plane und unter Leitung des Ingenieurs Deville, gegen die Mitte des XVII. J ahrhunderts in eine Festung umgestaltet. Die römischen Mauern nahmen beiläufig die Stelle der jezigen ein, welche häufige Spuren uralter Bauart, dann wieder das Gepräge zum augenbliklichen Kriegsbedarf flüchtig aufgeworfener Werke tragend, bald bizantinischen, bald späteren Ursprungs sind und die noch jezt sichtbaren römischen Thore dekten, wie sie deren manche noch heute verbergen. Der ganze Raum zwischen den Mauern und dem Kapitol war mit Häusern besezt, und noch jezt ist auf den Strassen und auf den Höhen die Eintheilung der alten Stadt kennbar. Das Amphitheater lag ausserhalb der Ringmauer, so wie das Theater an der anderen Seite der Stadt. An diese Gebäude reihten sich die Vorstädte oder vielmehr Weiler, welche ausserhalb der Mauer von den arbeitenden und niederen Klassen der Bevölkerung bewohnt waren. Die Stadt, deren Reste von ehemaliger Pracht und Grösse zeugen, hatte ein unseliges Geschik. Unter der römischen Herrschaft und selbst während des Exarchats von Ravenna eine der blühendsten Städte, behauptete sie auch zur Zeit Karl des Grossen und Pipins einen bedeutenden Rang, bis die Auflösung der bürgerlichen Ordnung ihr im Mittelalter die Kraft entzog, sich aufrecht zu erhalten, und sie endlich der hochmüthigen und mächtigen Republik zum Opfer ward. Im X. Jahrhundert bemächtigte sich ihrer der Doge Pietro Orseolo, der sie bald wieder verlor und dann aufs neue eroberte. Im J ahre 1192 verfiel sie den Pisanern, und als sie sich später gegen den Dogen Giacomo Tiepolo empört hatte, der sie in den Besiz der Venezianer brachte, ward sie im Jahre 1228 zur Strafe ihres Treubruches durch einen Brand zerstört. Später ward sie abwechselnd unter den Patriarchen, frei und von den Sergiern beherrscht, bis sie endlich der vielen Kämpfe müde, im Jahre 1267 sich für immer den Venezianern ergab, welche sie völlig beherrschten. Die lezten Schläge erlitt sie in den Jahren 1354 und 1379 durch die Genueser, welche sie plünderten und einäscherten. Später ward sie wieder durch Seuchen verheert, deren lezte im Jahre 1630 fast alle ihre Bewohner hinraffte, welche die Republik vergeblich durch die Flüchtlinge zu ersezen suchte, die der Waffengewalt der Türken entgangen waren. Nach dieser Seuche waren ihr kaum noch 30 Bewohner geblieben. Die herrlichsten verödeten Gebäude aus dem Alterthum und dem Mittelalter verkündeten nur als todte Zeugen ihre einstige Grösse. Wir nennen hier das Amphitheater, das Theater, zwei Tempel, eine Basilica, ein Bad, fast alle Thore, das Kapitol, einen Leuchtthurm aus der Römerzeit, eine Kathedrale aus der Zeit Pipins, ein Pilgerhaus und eine Komthurei aus der Zeit der Kreuzzüge, Paläste und Kirchen aus dem XIV. Jahrhundert. Pollls eigentliche Geschichte endete mit dem XIV. J ahrhundert, und lebte dann nur in ihren Denkmalen fort. Aus neuer Zeit rührt nur eine Festung als Zeuigin der drükenden Venezianerherrschaft, aber auch die Denkmale aus dem Alterthume wichen allmälig der Macht der Zeit und der Habsucht der Menschen, und die wenigen noch bestehenden verdankt man der kaiserlichen Freisinnigkeit, von der man auch deren Erhaltung und Wiederherstellung erwarten darf. Source: August Tischbein and August Selb (paintings), Pietro Kandler (Italian text) with translations by Srđa Orbanić (Croatian), Jakob Löwenthal (German) and Vedrana Brajković (English). Book published by C.A.S.H. Histria Croatica (Pula, 1997) and entitled:
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This page compliments of Marisa Ciceran Created:
Thursday, April 19,
2001; Last updated:
Tuesday, June 10, 2008
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