Fulvio Tomizza
Berühmte Istrianer

 

Deutsch | English  | Hrvatski | Italiano

 
ulvio Tomizza wurde 1935 in Giurizzana (Materada) geboren, ein Dorf  in Istrien, das zu jener Zeit zu Italien gehörte. Als seine Heimat Istrien 1954 infolge des Memorandums von London jugoslawisch wurde, übersiedelte er nach dem Abitur in Capodistria ins nahe Triest, das,  nach einem Zwischenspiel als Freihafen unter alliierter Herrschaft  im selben Jahr wieder an Italien zurückgegeben wurde.

schriftsteller

geboren in Giurizzana
1935

Nachdem er anfangs als Redakteur für den lokalen Nachrichtenradiosender tätig war, erreichte er 1960 seinen Durchbruch als Schriftsteller mit dem Roman Materada. Dieser Roman, der nach seinem Geburtsort benannt ist, wurde von den italienischen Literaturkritikern mit großer Beachtung und Würdigung aufgenommen und zählt inzwischen zu den Klassikern der istrianischen Literatur.

La Ragazza di Petrovia und Il Bosco di Acacie, die, gemeinsam mit Materada zu einem Sammelband, der Triologia Istriana zusammengefasst wurden. Für den Roman La Quinta Stagione erhielt er 1965 den Premio Selezione Campiello und vier Jahre später gewann er für L’Albero dei Sogni den Premio Viareggio. Die Sammlung von Erzählungen in La Torre Capovolta entstand 1970 und ist thematisch eine Folge zu L’Albero dei Sogni. Der 1972 erschienene Roman La Città di Miriam erhielt den Premio Fiera Letteraria, der folgende Roman Dove Tornare wurde wiederum ausgezeichnet mit dem venezianischen Campiello.

Den größten Erfolg erreichte Tomizza 1977 mit dem Roman La Miglior Vita. Allein in Italien erreichte dieser Roman eine Gesamtauflage von 400.000 Exemplaren, wurde mit dem höchsten italienischen Literaturpreis, dem Premio Strega ausgezeichnet und in zehn weitere Sprachen übersetzt. Die deutsche Übersetzung erhielt den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 1979, einen Preis, den bis dahin Autoren wie Ionesco, Havel, Italo Calvino, Simone de Beauvoir, Friederich Dürrenmatt und später Giorgio Manganelli und Milan Kundera erhielten.

Während Tomizza 1980 und ‘81 jeweils die Romane L’Amicizia und La Finzione di Maria schrieb und publizierte, hatte er bereits eine umfangreiche historische Recherche zu der Figur des Reformators aus Capodistria Pier Paolo Vergerio begonnen, die dem Roman Il Male Viene dal Nord zu Grunde liegt. Der Veröffentlichung dieses Romans im Jahre 1984 folgte der Ehrendoktortitel in Lettere (Literaturwissenschaft) der Universität Triest, für das 'hohe Niveau' seiner erfolgreichen schriftstellerischen Tätigkeiten, die einer Kultur eines friedlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Völker Ausdruck verleiht.

Tomizza in seinem Studio in Triest mit seiner Enkelin Elisabetta

Im Jahre 1985 veröffentlichte Tomizza mit Ieri, un Secolo Fa erneut eine Sammlung von Erzählungen, die in den drei vorangegangenen Jahrzehnten entstanden waren. Ein Jahr später entstand der Roman Gli Sposi di Via Rossetti-Tragedia in una Minoranza, der mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden ist, dem Premio Selezione Campiello, dem internazionalen Vilenica Preis der Vereinigung der slovenischen Schriftsteller und dem Ascona Preis des Schriftstellerverbandes der italienischen Schweiz.

In den letzten Jahren sind eine Reihe von Erzählungen Tomizzas erschienen wie Quando Dio Uscì di Chiesa-Vita e Fede di un Borgo Istriano del '500, Poi Venne Cernobyl, L’Ereditiera Veneziana, ein Roman der auf das Leben des Grafen Gian Rinaldo Carli aus Capodistria basiert, Fughe Incrociate, I Rapporti Colpevoli, L’Abate Roys e il Fatto  Innominabible und Alle Spalle di Trieste. 

Für das Theater schrieb er das Drama Vera Verk, das zu einer ersten Annäherung auf kultureller Ebene zwischen Triest und den damals jugoslawischen Nachbarrepubliken Slovenien und Kroatien führte und L’Idealista, ein Theaterstück frei nach dem Roman von Ivan Cankar, das in den wichtigsten Städten Italiens und Ex-Jugoslawiens aufgeführt wurde und die Saison des Volkstheaters Wien 1983-84 eröffnete.

Als Kinderbücher erschienen die Werke La Pulce in Gabbia, Trick-Storia di un Cane, Anche le Pulce Hanno le Tosse und Il Gatto Martino.

Im Mai 1999 erlag Fulvio Tomizza in Triest einer schweren Krankheit. Der Tod führte ihn zurück in seinen Heimatort Materada in Istrien, wo er bestattet wurde.

Works, awards, articles and memorials

In deutscher Sprache erschienen sind u.a.:

  • Materada; Triestiner Freundschaft; Eine bessere Welt; Die venezianische Erbin; als Kinderbuch erschien: Die Flöhe in der Oper.

Fotos:


Main Menu


This page compliments of Michael Plass and Marisa Ciceran

Created: Wednesday, April 13, 2000: Last updated:Friday, August 01, 2008
Copyright © 1998 IstriaNet.org, USA