Rezension
Literatur


 
Fulvio Tomizza, Eine bessere welt  (La miglior vita)

Deutsch von Ragni Maria Gschwend 
dtv Verlag, München 1983 
348 Seiten 
Umschlaggestaltung  Celestino Piatti 


Nachdruck aus der Umschlagbeschreibung 

Das Buch 
Im Grenzland Istrien leben seit Jahrhunderten Italiener und Slawen in Frieden und Unfrieden zusammen.  Der Kroate Martin Crusich ist Mesner in Materada, einem kleinen Pfarrbezirk im Hinterland von Triest, wie vor ihm alle ältesten Söhne seiner Familie.  Er hat sein Amt noch vor dem Ersten Weltkrieg übernommen und wird zum Zeugen der bewegten Geschichte seiner ländlichen Heimat in diesem Jahrhundert. Im hohen Alter sieht er auf sein Leben zurück.  Spiegel der wechselhaften politischen Verhältnisse war das Kommen und Gehen von sieben verschiedenen Pfarrern, von habsburgischen, venezianischen und kroatischen Geistlichen. Von ihren Charakteren und ihrer Tätigkeit und von der Gemeinde, die sie zu betreuen hatten, entwirft Martin Crusich ein farbiges und einprägsames Bild. Am Ende steht das sozialistische Jugoslawien.  Crusich hat keinen Nachfolger mehr.  Sein Sohn ist als Partisan Titos gefallen.

Der Autor
Fulvio Tomizza wurde 1935 in demselben Materada geboren, in dem dieser Roman spielt.  Als seine Heimat 1955  jugoslawisch wurde, ging er nach dem Abitur nach Triest, das seit Italo Svevo ein Zentrum italienischer Literatur ist.  Er lebt dort heute noch als Schriftsteller und befaßt sich in seinen Werken vor allem mit der untergehenden bäuerlichen Kultur.  Für Eine bessere Welt erhielt er I977 den Premio Strega, den angesehensten italienischen Staatspreis, und 1979 den österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur.  

Frankfurter Rundschau 

"Tomizza entwirft ein Bild der Gesellschaft in ihrer einfachsten und gültigsten Struktur: der bäuerlichen, wo das Mass des Lebens das Leben ist, das Leben der Natur und des Menschen in den Jahreszeiten, das unwiderrufbar zerstört wird, sobald präfabrizierter Materialismus von aussen einschleicht, sobald die Anarchie der Ismen eine Ordnung zu zersetzen beginnt, deren Massstab die Würde des freien Menschen ist." 

Alle Rechte vorbehalten dtv 1983.


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Created: Sunday, December 10, 2000; Last updated: Monday, August 06, 2007
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