Nachdruck aus der Umschlagbeschreibung
Das Buch
Im Grenzland Istrien leben seit Jahrhunderten Italiener und Slawen in
Frieden und Unfrieden zusammen. Der Kroate Martin Crusich ist Mesner
in Materada, einem kleinen Pfarrbezirk im Hinterland von Triest, wie vor
ihm alle ältesten Söhne seiner Familie. Er hat sein Amt
noch vor dem Ersten Weltkrieg übernommen und wird zum Zeugen der bewegten
Geschichte seiner ländlichen Heimat in diesem Jahrhundert. Im hohen
Alter sieht er auf sein Leben zurück. Spiegel der wechselhaften
politischen Verhältnisse war das Kommen und Gehen von sieben verschiedenen
Pfarrern, von habsburgischen, venezianischen und kroatischen Geistlichen.
Von ihren Charakteren und ihrer Tätigkeit und von der Gemeinde, die
sie zu betreuen hatten, entwirft Martin Crusich ein farbiges und einprägsames
Bild. Am Ende steht das sozialistische Jugoslawien. Crusich hat keinen
Nachfolger mehr. Sein Sohn ist als Partisan Titos gefallen.
Der Autor
Fulvio Tomizza wurde 1935 in demselben Materada geboren, in dem dieser
Roman spielt. Als seine Heimat 1955 jugoslawisch wurde, ging
er nach dem Abitur nach Triest, das seit Italo Svevo ein Zentrum italienischer
Literatur ist. Er lebt dort heute noch als Schriftsteller und befaßt
sich in seinen Werken vor allem mit der untergehenden bäuerlichen
Kultur. Für Eine bessere Welt erhielt er I977 den Premio
Strega, den angesehensten italienischen Staatspreis, und 1979 den österreichischen
Staatspreis für Europäische Literatur.
Frankfurter Rundschau
"Tomizza entwirft ein Bild der Gesellschaft in ihrer einfachsten und
gültigsten Struktur: der bäuerlichen, wo das Mass des Lebens
das Leben ist, das Leben der Natur und des Menschen in den Jahreszeiten,
das unwiderrufbar zerstört wird, sobald präfabrizierter Materialismus
von aussen einschleicht, sobald die Anarchie der Ismen eine Ordnung zu
zersetzen beginnt, deren Massstab die Würde des freien Menschen ist."
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